Ingewahrsamnahme begleitet von sexistischen Sprüchen

Triggerwahrnung. Während einer politischen Blockadeaktion einer Straße wird eine Freundin von uns in Gewahrsam genommen. Längere Zeit muss sie mit mehreren männlichen Polizisten der Landespolizei alleine in einem Waldstück verbringen. Diese machen alsbald Bemerkungen über ihre Handwerker*innen-Hose. Diese sähe ja gut aus und sitze gut. Der Kommentar verursacht hämisches Lachen bei den Kollegen. Als meine Freundin nach Feuer für ihre Zigarette fragt, erwidert ein Beamter: „Ich habe Pfeffer, dass brennt auch.“ Sie fühlt sich ausgeliefert. Noch vor Ort werden ihr Fragen zum Blockadegeschehen gestellt, auf die sie nur mit Gegenfragen reagiert. „Sind Sie alleine hier?“ beantwortet sie mit: „Haben Sie heute schon gefrühstückt?“ Der Polizist weist die Kollegen an, ihr auf keinen Fall Feuer zu geben und droht, es sei besser für sie, wenn sie nun kooperiere. Dann folgt die sexistische Krönung des Ganzen: “Seien Sie mal froh, dass meine Kollegen Sie eben nicht ‘gefrühstückt’ haben.“ Trotz der bedrohlichen Situation spiegelt unsere Freundin dem Polizisten sein Verhalten und fragt ihn, ob er sich bewusst sei, eben formuliert zu haben, sie solle froh sein, von den Kollegen nicht vergewaltigt worden zu sein. Er erwidert darauf, er hätte doch nur die Situation auflockern wollen. Die Herausgabe des Namens und der Dienstnummer des Polizisten wird ihr verweigert.
Dieses Erlebnis wurde in dem Artikel Polizei und Sexismus: Erfahrungen mit den Vertreter*innen der Exekutive, der beim Feministischen Institut Hamburg veröffentlich wurde, weitergehend theoretisch kommentiert.

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